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Beerfurth
liegt im oberen Gersprenztal an der B47
(Nibelungenstraße) und der B38 auf 200 Meter über
Meereshöhe. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus
dem Jahre 1307. Damals hieß der Ort "Berenforte". Der
Name leitet sich von dem althochdeutschen Wort "ber" ab,
was Eber bedeutet. Dort, wo heute eine steinerne Brücke
über die Gersprenz führt, war ursprünglich eine Furt,
durch die Schweineherden zur Mastzeit in die Eichen- und
Buchenwälder am Morsberg (17m) getrieben wurden.
Beerfurth ist
ein Musterbeispiel für die verschlungenen Wege der
territorialen Entwicklung im Odenwald. Einst gab es zu
beiden Seiten der Gersprenz das eine Dorf "Berenforte".
Schon früh jedoch haben sich die Besitzverhältnisse der
beiden Ortsteile links und rechts der Gersprenz
unterschiedlich entwickelt. Endgültig wurde die Teilung
1478 besiegelt, als der "hiesseitige" Teil an das Stift
vom Heiligen Geist Heidelberg verkauft wurde, während
das "diesseitige" Beerfurth unter der Herschafft von
Erbach-Erbach und Löwenstein-Wertheim blieb.
Von diesem
Zeitpunkt an war das Dorf geteilt, die Grenze bildete
die Gersprenz. Da der westliche Teil nun dem Stift vom
Heiligen Geist angehörte (den Pfaffen), nannte man ihn
Pfaffen-Beerfurth. Auch im Gemeindewappen, das eine
Taube enthält (Symbol des Heiligen Geistes), kommt diese
Verbundenheit zum Ausdruck. Dem anderen Ortsteil gab man
die Bezeichnung Kirch-Beerfurth. Im Wappen von
Kirch-Beerfurth ist eine stilisierte Burg zu sehen - ein
Hinweis auf das Beerfurther Schlösschen. Nach rund
fünfhundertjähriger Teilung schlossen sich die Gemeinden
Kirch- und Pfaffen-Beerfurth im Jahre 1970 wieder zu
einer Gemeinde -Beerfurth- zusammen. Schon zwei Jahre
später verlor der Ort seine Eigenständigkeit, als er
1972 Ortsteil von Reichelsheim wurde. Bekannt geworden
ist Beerfurth durch das Rodensteinlied von Viktor von
Scheffel, durch die Beerfurther Lebkuchen, die auf eine
zweihundert Jahre alte Tradition zurückblicken können,
durch das Vorkommen von rotem Engobeton und den letzten
Gäulchesmacher in der Gegend.
Der Ortsteil
Beerfurth zählt 1250 Einwohner, hat eine Grundschule und
bildet seit 1962, gemeinsam mit Gersprenz und
Ober-Kainsbach, eine evangelische Kirchengemeinde mit
ihrer Johannes-Kirche.
Quelle: Ernst
Hieronymus, 04.05.2006
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